Große Investition in der Batterieindustrie kommt nach Ungarn: Chinesischer staatlicher Batteriehersteller will Hunderte von Arbeitsplätzen schaffen

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Ein neuer chinesischer Zulieferer der Batterieindustrie wird sich in Nyíregyháza niederlassen und damit Ungarns Position als eines der wichtigsten Zentren der Batterieherstellung in Europa stärken. Sinomatech Hungary, eine Tochtergesellschaft der staatlichen chinesischen CNBM Group, plant, 114 Millionen Euro in eine Anlage zur Beschichtung von Separatorfolien zu investieren, die bis 2027 275 Arbeitsplätze schaffen könnte.

Das Projekt wird im südlichen Industriepark von Nyíregyháza auf einer Industriebrache entstehen, die zuvor von Lego und davor von Flextronics genutzt wurde, berichtet Portfolio. Nach den Plänen des Unternehmens werden die bestehenden Industriegebäude, darunter eine Produktionshalle und ein Lager, renoviert, anstatt eine völlig neue Anlage zu bauen.

Kritische Batteriekomponente soll in Ungarn produziert werden

Die Anlage wird sich auf die Beschichtung von Polyethylen-Separatorfolien spezialisieren, die in Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden. Separatorfolien gehören zu den wichtigsten Komponenten in Batterien für Elektrofahrzeuge. Sie verhindern Kurzschlüsse und ermöglichen die Bewegung von Ionen zwischen den Batterieelektroden.

Im Gegensatz zu einigen anderen Anlagen für Batteriematerialien in Ungarn wird Sinomatech die Basisfolie nicht vor Ort herstellen. Stattdessen wird die unbehandelte Separatorfolie aus den chinesischen Fabriken des Unternehmens importiert und in Nyíregyháza verarbeitet, bevor sie als fertiges Produkt exportiert wird.

cnbm group china sinomatech
Foto: Sinomatech

Bei voller Auslastung könnte die Anlage jährlich etwa 7.500 Tonnen beschichtete Trennfolie produzieren.

Das Unternehmen hat bereits eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung bei der regionalen Regierungsbehörde eingereicht. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll die Testproduktion im ersten Quartal 2027 beginnen.

Teil eines riesigen chinesischen Industrieimperiums

Sinomatech gehört zur China National Building Material (CNBM) Group, einem der größten staatlichen Industriekonglomerate Chinas.

CNBM wurde 1984 vom chinesischen Staat gegründet und konzentrierte sich zunächst auf Baumaterialien wie Zement und Beton, schreibt G7. In den letzten vier Jahrzehnten hat das Unternehmen jedoch in zahlreiche strategische Branchen expandiert, darunter erneuerbare Energien, Verbundwerkstoffe, Komponenten für Windkraftanlagen, Energiespeichertechnologien und Batteriematerialien.

Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 200.000 Mitarbeiter und zeigt einen breiteren Trend unter den großen chinesischen Staatskonzernen, die zunehmend in schnell wachsende Sektoren im Zusammenhang mit der grünen Energiewende diversifiziert haben.

Ungarns Batterie-Lieferkette expandiert weiter

Die Investition fügt ein weiteres Glied in Ungarns schnell wachsendem Ökosystem der Batterieherstellung hinzu.

Das Land hat bereits einige der größten Batteriehersteller und -lieferanten der Welt angezogen, darunter den chinesischen Riesen CATL in Debrecen, SK On aus Südkorea in Iváncsa und Komárom und den südkoreanischen Batteriehersteller Samsung SDI in Göd.

Chinese CATL to begin production next year in Hungary!
Foto: Facebook/CATL

Ungarn hat sich auch zu einem wichtigen Standort für die Produktion von Separatfilmen entwickelt. Das südkoreanische Unternehmen W-Scope wählte Nyíregyháza für eine 720 Millionen Euro teure Fabrik für Separatorfolien im Jahr 2022 aus, während das chinesische Unternehmen Semcorp eine ähnliche Anlage in Debrecen errichtete.

Die Ansiedlung von Sinomatech stärkt die Rolle Ostungarns in der europäischen Lieferkette für Elektrofahrzeuge, zumal die Batteriehersteller für kritische Komponenten Lieferanten in der Nähe suchen.

Umweltbelange im Fokus

Investitionen in Batterien sind zu einer wichtigen Säule der ungarischen Industriestrategie geworden, haben aber auch eine große öffentliche Debatte ausgelöst.

Die Semcorp-Anlage in Debrecen war im vergangenen Jahr mit Umweltauflagen konfrontiert. Der Probebetrieb wurde aufgrund von Umweltbedenken ausgesetzt, und die Behörden verhängten später Geldstrafen im Zusammenhang mit Brandschutzproblemen. Bei einem Vorfall wurden Chemikalien in einem nahe gelegenen Wasserlauf entdeckt.

Vor diesem Hintergrund hat Sinomatech betont, dass seine Beschichtungstechnologie einen minimalen Einsatz von Chemikalien erfordert und relativ geringe Emissionen verursacht. Nach Angaben des Unternehmens werden ähnliche Produktionstechnologien bereits in mehreren europäischen Ländern, darunter Schweden und Polen, erfolgreich eingesetzt.

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Was bedeutet das für Ungarn?

Befürworter von Investitionen im Batteriesektor argumentieren, dass sie hochwertige Arbeitsplätze in der Produktion schaffen, Ungarns Exportleistung stärken und dem Land helfen, sich in die schnell wachsende europäische Elektrofahrzeugindustrie zu integrieren.

Kritiker stellen jedoch den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen in Frage und verweisen auf Bedenken hinsichtlich der Umweltrisiken, des Energieverbrauchs, des ausländischen Eigentums und des Umfangs, in dem die Gewinne in Ungarn verbleiben.

Das Projekt von Sinomatech unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von vielen anderen Investitionen der letzten Zeit: Das Unternehmen sagt, es werde keine direkten Subventionen der ungarischen Regierung erhalten. Nach den derzeitigen Plänen sollen mindestens 80% der Arbeitskräfte vor Ort eingestellt werden, während chinesische Fachleute vor allem beim Technologietransfer und in der Anfangsphase der Anlage helfen sollen.

Wenn die Anlage planmäßig fertiggestellt wird, wird sie im dritten Quartal 2027 ihren vollen Betrieb aufnehmen. Damit wird eine weitere große Investition mit chinesischer Unterstützung dem immer umfangreicheren ungarischen Netzwerk zur Herstellung von Batterien hinzugefügt.

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