Ungarns Reichste vom Orbán‑Zeitalter geprägt: Das Vermögen von Mészáros ist in 15 Jahren um 284.400 % gestiegen!

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Die Liste der reichsten Personen Ungarns hat sich in den 16 Jahren der Orbán-Ära dramatisch verändert. Geschäftsleute, die eng mit Premierminister Viktor Orbán und der regierenden Fidesz-Partei verbunden sind, kletterten schnell an die Spitze, während mehrere frühere wirtschaftliche Schwergewichte zurückgefallen sind.
Einem Vergleich der von HVG veröffentlichten und von 444.hu analysierten Vermögensranglisten für 2010 und 2025 zufolge tauchen nur vier Personen in beiden Listen auf, während nur ein Mitglied der Top Five von 2010 – der Bankier Sándor Csányi – heute noch zu den führenden Milliardären des Landes gehört.
Das auffälligste Beispiel ist Lőrinc Mészáros, ein Jugendfreund und enger Verbündeter von Viktor Orbán. Im Jahr 2011 verfügte Mészáros Berichten zufolge über Ersparnisse von nur 21 Millionen Forint, daneben besaß er Land und Anteile an einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von fast 1 Milliarde Forint. Analysten schätzen, dass sein tatsächliches Vermögen zu dieser Zeit bei etwa 500 Millionen Forint gelegen haben könnte.
Im Jahr 2025 schätzte die HVG das Vermögen von Mészáros jedoch auf 1.422 Milliarden Forint, was ihn mit großem Abstand zum reichsten Mann Ungarns machte.
Dies entspricht einer außergewöhnlichen Steigerung von 284.400% – etwa einer Steigerung des Vermögens um das 3.000-fache während der Orbán-Jahre.
Das Wachstum des Reichtums übertraf das der ungarischen Wirtschaft bei weitem
Das Ausmaß des Anstiegs wird noch deutlicher, wenn man es mit der allgemeinen Wirtschaftsleistung Ungarns im selben Zeitraum vergleicht.
Während sich das Vermögen von Mészáros vertausendfachte, wuchs das nominale BIP Ungarns zwischen 2010 und 2025 um etwa das Dreifache. Gleichzeitig erreichte die kumulierte Inflation in dem 15-jährigen Zeitraum etwa 99,2 %, was bedeutet, dass eine bloße Verdoppelung des Vermögens dessen realen Wert weitgehend erhalten hätte.
Kritiker argumentieren, dass eine solch explosive Akkumulation unter normalen Marktbedingungen nur schwer zu erklären wäre.
Die Neuordnung der Rangliste verdeutlicht auch die Entstehung einer neuen Wirtschaftselite, die eng mit dem politischen System verbunden ist und oft als NER (Nemzeti Együttműködés Rendszere, Nationales Kooperationssystem) bezeichnet wird, dem politisch-wirtschaftlichen Rahmen, der unter Orbáns Regierungen geschaffen wurde.

Orbán-nahe Geschäftsleute dominieren die neuen Rankings
Mehrere der heute reichsten Ungarn sind entweder während der Fidesz-Ära zu Berühmtheit gelangt oder gelten als mit dem regierenden politischen Netzwerk verbunden.
Unter ihnen sind:
- László Szíjj, dessen Geschäftsinteressen in den 2010er Jahren zunehmend an Bedeutung gewannen;
- Dániel Jellinek, der früher mit dem Schwiegersohn von Orbán geschäftlich verbunden war;
- István Garancsi, der für seine engen Beziehungen zum Ministerpräsidenten bekannt ist;
- Gellért Jászai, dessen Unternehmen 4iG umfangreiche staatliche Aufträge erhalten hat;
- und István Tiborcz, Orbáns Schwiegersohn, dessen Reichtum in den letzten Jahren rapide zugenommen hat.
Obwohl Tiborcz noch nicht in die Top 10 aufgestiegen ist, ist sein Vermögen Berichten zufolge allein im letzten Jahr von 100 Milliarden Forint im Jahr 2024 auf 188 Milliarden Forint gestiegen.
Auch die Historikerin und Unternehmerin Mária Schmidt verzeichnete einen beträchtlichen Zuwachs ihres Familienvermögens, das von 99 Milliarden HUF auf 133 Milliarden HUF anstieg.

Ehemalige Spitzenkräfte verlieren an Boden
Die Geschichte der ungarischen Reichenliste handelt nicht nur von denen, die vom aktuellen politisch-wirtschaftlichen System begünstigt werden, sondern auch von denen, die an Einfluss verloren zu haben scheinen.
Tamás Leisztinger, der 2010 an vierter Stelle der reichsten Ungarn stand, ist bis 2025 auf Platz 15 abgerutscht, obwohl er sein Vermögen immer noch auf 153 Milliarden Forint gesteigert hat.
Auch der Logistikunternehmer György Wáberer, einst auf Platz acht der Liste, ist seit 2017 allmählich aus der Spitzengruppe herausgefallen.
Einige Vermögen scheinen sich jedoch in Zyklen zu bewegen. Elek Nagy, der während Orbáns erster Amtszeit zwischen 1998 und 2002 als Orbán nahestehend galt, hat Berichten zufolge in den ersten Jahren der NER an Einfluss verloren, ist aber in letzter Zeit wieder in Schwung gekommen. Nach seiner Wahl zum Kammerpräsidenten im Jahr 2024 stieg sein Vermögen wieder an, obwohl er mit einem geschätzten Vermögen von 93 Milliarden Forint immer noch nicht zu den Top 20 gehört.
Ungarns Reichste im Jahr 2025
Nach den jüngsten Schätzungen der HVG sind die 10 reichsten Personen Ungarns:
- Lőrinc Mészáros – 1.422 Milliarden Forint
- Sándor Csányi – 820 Milliarden Forint
- Zsolt Felcsuti – HUF 526 Milliarden
- Tibor Veres – 480 Milliarden HUF
- György Gattyán – HUF 441 Milliarden
- László Szíjj – 370 Milliarden HUF
- Dániel Jellinek – HUF 336 Milliarden
- Gellért Jászai – HUF 264 Milliarden
- Gábor Széles – HUF 258 Milliarden
- István Garancsi – HUF 221 Milliarden

