Neue Gigabank will in Ungarn einsteigen, Revolut wird teurer

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Der ungarische Finanzsektor könnte bald eine der größten Wettbewerbsumwälzungen seit Jahren erleben, da die größte polnische Bank, die PKO Bank Polski, ihre Pläne zum Eintritt in den ungarischen Markt nach dem historischen politischen Wandel des Landes beschleunigt.

Mit diesem Schritt würde ein schwergewichtiger neuer Konkurrent neben die dominierenden ungarischen Kreditinstitute, darunter die OTP Bank und die MBH Bank, treten und den Wettbewerb sowohl im Firmen- als auch im Privatkundengeschäft intensivieren.

Laut Világgazdaság ist die PKO-Führung der Ansicht, dass Ungarn nach der Wahl nun ein berechenbareres regulatorisches Umfeld bieten könnte, was eine Expansion deutlich attraktiver machen könnte. Der staatlich unterstützte polnische Kreditgeber ist bereits in Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Rumänien vertreten, aber Ungarn gehörte bisher nicht zu seinen wichtigsten Expansionszielen.

Die Strategie des Kreditgebers besteht darin, sein europäisches Filialnetz zu verdoppeln, um vor allem großen polnischen Firmenkunden bei ihrer Expansion ins Ausland zu folgen. Einige dieser Kunden – darunter Modehändler, Softwareentwickler und Lebensmittelhersteller – sind bereits in Ungarn vertreten, so dass Budapest ein logischer nächster Schritt ist.

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OTP und MBH könnten unter Druck geraten

Der Zeitpunkt ist besonders wichtig, da die OTP-Aktie trotz der sich abzeichnenden stärkeren Konkurrenz kürzlich neue Rekordhöhen erreicht hat.

Ein Markteintritt von PKO könnte zunächst den Druck auf die Margen im Bereich der Unternehmenskredite erhöhen, wo grenzüberschreitende Beziehungen und multinationale Kunden am wichtigsten sind. Mit der Zeit könnte der polnische Kreditgeber jedoch auch die etablierten Akteure im Premium-Retail- und KMU-Banking herausfordern.

Für die ungarischen Verbraucher und Unternehmen könnte die Ankunft einer weiteren großen regionalen Bank letztlich zu besseren Kreditkonditionen, wettbewerbsfähigeren Einlagen und besseren digitalen Dienstleistungen führen.

Die ungarische Expansion von Revolut bringt lokale IBANs – und schmerzhafte neue Gebühren

Gleichzeitig wird die Bankenlandschaft durch eine andere wichtige Veränderung umgestaltet: Der Start der ungarischen Revolut-Filiale.

Die Lokalisierung des Finanzdienstleisters bedeutet, dass ungarische Nutzer schon bald ungarische IBAN-Kontonummern erhalten werden, womit eines der größten Hindernisse für die Nutzung der App als primäres Girokonto beseitigt wird. Gehaltszahlungen und Inlandsüberweisungen werden nicht mehr als grenzüberschreitende Transaktionen gezählt.

Allerdings bringt die Lokalisierung auch neue Kosten mit sich, berichtet Pénzcentrum.

Da die ungarische Niederlassung von Revolut nun die lokalen Steuer- und Regulierungsauflagen erfüllen muss – einschließlich der ungarischen Transaktionsgebühr – führt das Unternehmen eine Gebühr von 0,45% auf den Teil der Überweisungen ein, der 50.000 HUF übersteigt, wobei eine Obergrenze von 20.000 HUF pro Transaktion gilt. Die Änderungen treten ab dem 18. Mai 2026 in Kraft.

Für Premium- und Metal-Nutzer gilt ein monatlicher Freibetrag von 1 Million HUF, bevor die Gebühr erhoben wird, während Ultra-Abonnenten vollständig von der Gebühr befreit bleiben. Die Gebühren für Devisengeschäfte am Wochenende werden auch für die kostenpflichtigen Tarife gesenkt, was den Schlag etwas abmildert.

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Könnten traditionelle Banken wieder billiger werden?

Die größte Konsequenz könnte psychologischer Natur sein: Die Lokalisierung von Revolut macht es endlich als echtes Gehaltskonto in Ungarn realistisch, aber für Kunden, die regelmäßig Überweisungen im Inland tätigen oder Bargeld abheben, könnten die traditionellen Banken wieder die günstigere Option werden.

Für Nutzer, die hauptsächlich Kartenzahlungen, Devisengeschäfte, Investitionen oder Reisen tätigen, ist Revolut nach wie vor sehr kostengünstig. Sobald jedoch häufige Inlandsüberweisungen ins Spiel kommen, könnten die gebührenfreien Pakete einiger ungarischer Banken jetzt günstiger sein.

Zusammengenommen markieren die mögliche Ankunft von PKO und die Lokalisierung von Revolut eine neue Ära des Wettbewerbs im ungarischen Bankwesen: eine Ära, die sowohl von der internationalen Expansion als auch von der regulatorischen Konvergenz angetrieben wird.

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