Outgoing Orbán government extends price caps, leaving key economic decisions to incoming Tisza government

Die scheidende ungarische Regierung hat die Verfallsdaten mehrerer wichtiger Preiskontrollmaßnahmen gestrichen, so dass diese auf unbestimmte Zeit in Kraft bleiben und ihre Zukunft der neuen Regierung unter Péter Magyar überlassen wird.
Kein Verfallsdatum: Wichtige Preismaßnahmen bleiben in Kraft
Ein Dekret, das in der neuesten Ausgabe des ungarischen Staatsanzeigers veröffentlicht wurde, bestätigt, dass die Regierung die zuvor festgelegten Fristen für eine Reihe von Marktinterventionen gestrichen hat. Dazu gehören:
- Die Zinsobergrenze für Verbraucherkredite
- Die Margenbegrenzung für ausgewählte Lebensmittel und Drogerieprodukte
- Das regulierte Kraftstoffpreissystem und die damit verbundenen Steuersenkungen
Zuvor sollten diese Maßnahmen in den kommenden Wochen oder Monaten auslaufen. Durch die Aufhebung der Befristung hat das scheidende Kabinett die Kontinuität bis zum offiziellen Amtsantritt der neuen Regierung sichergestellt und gleichzeitig die langfristige Strategie in deren Händen belassen.
Kommende Regierung signalisiert vorsichtigen Ausstieg
Der Schritt deckt sich mit früheren Erklärungen der neuen Theiß-Regierung. Ihr voraussichtlicher Finanzminister, András Kármán, hat angedeutet, dass Preisobergrenzen, insbesondere Margenkontrollen, kurzfristig beibehalten werden, um einen Anstieg der Inflation zu vermeiden, so Pénzcentrum.
Nach den derzeitigen Plänen würden diese Maßnahmen nur schrittweise und nach einem vorher angekündigten Zeitplan auslaufen, um Marktschocks zu minimieren.
Kraftstoffpreise und Steuern ebenfalls verlängert
Die Kraftstoffpreise bleiben ein besonders heikles Thema. Nach Gesprächen zwischen Péter Magyar und Zsolt Hernádi, dem CEO der MOL Group, wurde bestätigt, dass der regulierte Kraftstoffpreis vorerst bestehen bleibt.
Die scheidende Regierung akzeptierte auch einen Antrag auf Verlängerung der reduzierten Verbrauchssteuer auf Kraftstoff, die ursprünglich Ende April auslaufen sollte, bis mindestens zum 30. Mai. Dies gewährleistet eine vorübergehende Stabilität der Kraftstoffkosten während der Übergangszeit.
Falls Sie es verpasst haben: Péter Magyar äußert sich zu den geschützten Kraftstoffpreisen: Wird die Theiß-Regierung sie beibehalten?

Politische Übergabe mit wirtschaftlichen Auswirkungen
Mit der Aufhebung der Verfallsdaten hat die scheidende Regierung unter Viktor Orbán die Verantwortung für einige der einschneidendsten wirtschaftlichen Maßnahmen Ungarns an die nächste Regierung übertragen.
Während die Maßnahmen für den Schutz der Haushalte vor Inflation von zentraler Bedeutung waren, argumentieren Kritiker, dass sie die Märkte verzerren und langfristige finanzpolitische Risiken schaffen. Die neue Führung wird nun ein Gleichgewicht zwischen Preisstabilität und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit herstellen müssen.
Gleiches Dekret führt neue moderne Therapien ein
Neben den wirtschaftlichen Maßnahmen enthält das gleiche Dekretpaket auch eine wichtige Entwicklung im Gesundheitswesen: die Einführung neuer, moderner Medikamente in Ungarns öffentlichem System.
Die Verordnung erweitert den Zugang zu modernen Therapien, darunter:
- Krebsbehandlungen, wie z.B. neue Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente
- Therapien für Autoimmunkrankheiten, einschließlich biologischer Behandlungen
- Medikamente für seltene Krankheiten, wie z.B. spinale Muskelatrophie
Einige dieser Behandlungen, die bisher nur über spezielle Zulassungsverfahren erhältlich waren, könnten in bestimmten Fällen über Standardrezepte zugänglich werden, was den Zugang für Patienten mit chronischen und schweren Erkrankungen verbessern würde, berichtet die HVG.
Die neuen Regeln sollen größtenteils ab dem 1. Juni in Kraft treten, obwohl Details zur zusätzlichen Finanzierung des Gesundheitssystems nicht in dem Dekret enthalten waren.
Was kommt als nächstes?
Da die neue Regierung voraussichtlich im Mai ihr Amt antreten wird, achtet das Land nun darauf, wie lange diese Maßnahmen in Kraft bleiben und wie ihr mögliches Auslaufen gehandhabt wird.
Vorerst bleiben die ungarischen Preisobergrenzen und Kraftstoffvorschriften in Kraft, aber ihre künftige Ausrichtung wird bald von den politischen Entscheidungen der neuen Regierung Tisza abhängen.
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