Ungarns Immobilienmarkt ist auf die Bremse getreten: Jetzt haben die Käufer das Sagen

Nach einer Periode schnellen Preiswachstums zeigt der ungarische Wohnimmobilienmarkt deutliche Anzeichen einer Abkühlung, insbesondere im einst boomenden Segment der Plattenbauten. Neue Daten des Immobilienportals Zenga deuten darauf hin, dass Verkäufer zunehmend gezwungen sind, ihre Preisvorstellungen während der Inseratszeit zu senken, nur um potenzielle Käufer anzulocken.

Flachdachboom scheint vorbei zu sein

Vor etwas mehr als einem Jahr erlaubte die starke Nachfrage vielen Hausbesitzern, ihre Preisvorstellungen über ihre ursprünglichen Erwartungen hinaus anzuheben. Heute hat sich die Situation jedoch umgekehrt. Laut der jüngsten Marktanalyse von Zenga senken die Eigentümer von Eigentumswohnungen jetzt die Preise um durchschnittlich 3,5 %, bevor ernsthaftes Interesse aufkommt. Im Vergleich dazu konnten die Verkäufer zu Beginn des letzten Jahres die Preise noch um durchschnittlich 2% erhöhen.

Der Immobilienmarktanalyst Péter Futó von Zenga sagte, dass die Preissenkungen während des Werbezeitraums ein wichtiger Indikator für veränderte Marktbedingungen sind. Sie deuten darauf hin, dass sich eine wachsende Kluft zwischen den Erwartungen der Verkäufer und dem, was Käufer tatsächlich zu zahlen bereit oder in der Lage sind, aufgetan hat.

Nachfrage sinkt auf dem gesamten Markt

Die Verlangsamung ist nicht auf Plattenbauten beschränkt. Im Mai mussten auch Verkäufer von gemauerten Wohnungen und Einfamilienhäusern ihre Preisvorstellungen im Durchschnitt um etwa 4 % senken, bevor sie einen Käufer fanden. Der Nachfragerückgang war jedoch auf dem Wohnungsmarkt besonders ausgeprägt. Während die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im April nur 11% unter dem Durchschnitt des letzten Jahres lag, sank die Nachfrage nach gemauerten Wohnungen um 42% und nach Plattenbauwohnungen um 46%.

Dies geschieht nach einem außergewöhnlichen Preisanstieg im Jahr 2024. In mehreren Budapester Bezirken und ungarischen Großstädten verzeichneten Plattenbauwohnungen jährliche Preissteigerungen von mehr als 30 %, was sie zu einem der Segmente mit der stärksten Performance auf dem Wohnungsmarkt macht.

Steigendes Angebot erhöht den Druck

Gleichzeitig hat die Zahl der verfügbaren Immobilien deutlich zugenommen. Während das Angebot an Einfamilienhäusern weitgehend unverändert geblieben ist, sind die Angebote für gemauerte Wohnungen um 19 % gestiegen, und die Zahl der auf dem Markt befindlichen Plattenbauwohnungen hat sich im Vergleich zu einem durchschnittlichen Monat des letzten Jahres um 67 % erhöht.

In Budapest werden Plattenbauwohnungen derzeit zu einem Durchschnittspreis von 1,28 Millionen HUF (ca. 3565 EUR) pro Quadratmeter angeboten. Im Bezirk XI, Újbuda, liegt der Durchschnittspreis bei 1,55 Millionen HUF (4317 EUR), während er im Bezirk XIII bei etwa 1,44 Millionen HUF (4011 EUR) liegt. Diese Preise übersteigen zunehmend das, was viele Käufer für erschwinglich halten, und in einigen Fällen überschreiten sie die oberen Preisschwellen, die mit dem staatlich geförderten Wohnungsbauprogramm Home Start verbunden sind.

Korrektur statt völliger Zusammenbruch

Trotz der Abkühlung rechnen Analysten nicht mit einem größeren Rückgang der nominalen Immobilienpreise. Marktexperten argumentieren, dass die jüngste Abkühlung eine Korrektur nach den starken Preissteigerungen darstellt, die nach der Ankündigung und dem Start des Home Start-Programms auftraten.

Statt eines dramatischen Werteverfalls wird der Markt wahrscheinlich eine Phase der Stabilisierung erleben, in der das Lohnwachstum allmählich die Wohnkosten einholt. Im Moment haben jedoch Verkäufer, die sich schneller an die veränderten Marktgegebenheiten anpassen, die besten Chancen, einen Verkauf zu erzielen.

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