Budapest am Rande eines goldenen Zeitalters? Der Wettlauf um die EU-Milliarden beginnt

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Hunderte von Milliarden Forint an EU-Geldern könnten bald für Budapest zur Verfügung stehen. Die Stadtoberhäupter bereiten sich bereits auf eine neue Phase vor und hoffen, dass mit der neuen ungarischen Regierung unter Führung der Tisza-Partei die zuvor eingefrorenen EU-Gelder endlich freigegeben werden können.

“Ich sehe 2026 als den Beginn eines neuen goldenen Zeitalters für Budapest – oder zumindest die Chance dazu. Was sich einst wie Hoffnung anfühlte, wird nun zu einer greifbaren Möglichkeit”, schrieb der Budapester Bürgermeister Karácsony Gergely kürzlich.

Mehr als 700 Milliarden HUF an EU-Mitteln könnten Budapest umgestalten

Einem Bericht von 24.hu zufolge hat Budapest bisher Vereinbarungen über rund 300 Milliarden HUF an Entwicklungsgeldern getroffen. Nach dem Regierungswechsel rechnet die Stadt jedoch damit, Zugang zu insgesamt mehr als 700 Milliarden Forint aus EU-Quellen zu erhalten, einschließlich des Haushaltszyklus 2021-2027 und des Wiederaufbaufonds nach der Pandemie.

Auf dem Papier könnte dies Teile von Budapest erheblich umgestalten.

Zu den geplanten Projekten gehören die Modernisierung des Verkehrsnetzes, Investitionen in die Umwelt, Maßnahmen zum Hochwasserschutz und die Erneuerung des öffentlichen Raums. Viele dieser Ideen sind nicht neu – einige stehen schon seit Jahren auf der Tagesordnung, sind aber aufgrund von Finanzierungsengpässen oder politischen Streitigkeiten ins Stocken geraten.

Bürgermeister Karácsony wies auch darauf hin, dass die Stadt bisher nur zwei Finanzierungsvereinbarungen im Gesamtwert von 56 Milliarden Forint getroffen hat, während ein Großteil des rund 300 Milliarden Forint umfassenden Entwicklungspakets aus politischen Gründen blockiert wurde.

Gleichzeitig enthält die Projektliste mehrere seit langem geplante oder teilweise vorbereitete Investitionen, wie z.B. neue CAF-Straßenbahnen, die Modernisierung der Oberleitungsbusflotte, den weiteren Ausbau des städtischen Straßenbahnnetzes und die Sanierung von Brachflächen.

Falls Sie es verpasst haben:

EU-Auflagen und enge Fristen stellen große Hindernisse dar

Die größte Herausforderung ist jedoch nicht nur der Zugang zu Finanzmitteln, sondern auch die Zeit.

Ungarns ursprünglicher Sanierungsplan steht vor extrem knappen Fristen. Die Fazilität für den Wiederaufbau und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit (RRF) der Europäischen Union wurde nach der COVID-19-Pandemie eingerichtet, wobei die Mittel an einen strengen Zeitplan für die Umsetzung gebunden sind.

Ungarn konnte jedoch bisher nicht auf diese Mittel zugreifen, da die von der EU festgelegten rechtsstaatlichen Bedingungen unter der vorherigen Orbán-Regierung nicht vollständig erfüllt wurden, so dass die Auszahlungen nicht beginnen konnten.

Infolgedessen muss das Programm mit ziemlicher Sicherheit neu verhandelt werden. Dies erfordert nicht nur eine politische Einigung mit Brüssel, sondern auch eine Überarbeitung der zugrundeliegenden Projekte, da die Fristen äußerst knapp bemessen sind. Nach den EU-Vorschriften müssen die Projekte bis August 2026 abgeschlossen sein, wobei die Anträge auf Abschlusszahlungen bis Ende September eingereicht werden müssen.

Dies stellt eine besondere Herausforderung für große Investitionen dar. Die Beschaffung neuer Straßenbahnen oder großer Stadtentwicklungsprojekte dauert in der Regel Jahre der Vorbereitung und Umsetzung. Im Gegensatz dazu bleiben jetzt vielleicht nur noch wenige Monate, um bestehende Pläne in tatsächliche Investitionen umzusetzen.

Für die Stadtspitze stellt sich vor allem die Frage, was innerhalb dieses Zeitrahmens realistischerweise umgesetzt werden kann. In der kommenden Zeit wird sich die Priorität daher wahrscheinlich auf Projekte verlagern, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Vorbereitung befinden und schnell in Angriff genommen werden können.

Infolgedessen könnten zuvor geplante Verkehrsentwicklungen – einschließlich Fahrzeugbeschaffungen und Netzerweiterungen – neuen Schwung erhalten.

In der Zwischenzeit sind einige Projekte bereits im Gange, darunter die Neugestaltung von zwei großen öffentlichen Plätzen in Budapest.

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