Erste Rede von Ministerpräsident Magyar auf einem EU-Gipfel: „Ich möchte in Brüssel nicht beliebt sein“

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Ministerpräsident Péter Magyar erklärte, er sei nicht daran interessiert, in Brüssel an Beliebtheit zu gewinnen, und betonte, seine vorrangige Aufgabe bestehe darin, die Interessen des ungarischen Volkes auf der höchsten Ebene der europäischen Entscheidungsfindung zu vertreten.
In einem Facebook-Beitrag nach dem ersten Tag seines ersten Europäischen Rates in Brüssel reflektierte Magyar über seine Antrittsrede vor den Staats- und Regierungschefs der EU.
„In meiner ersten Rede ging es um Ehrlichkeit und darum, politische Korrektheit und Doppelzüngigkeit hinter sich zu lassen“, sagte der Ministerpräsident.
Magyar erklärte, er habe von seinen Erfahrungen berichtet, die er in den vergangenen zwei Jahren auf Reisen durch Ungarn gesammelt habe, bei denen er rund 700 Ortschaften besucht und direkt mit den Anwohnern gesprochen habe.
„Ich habe ihnen erzählt, was ich erlebt habe, während ich den Menschen in die Augen sah, und worum es meiner Meinung nach in der Politik gehen sollte“, schrieb er.

„Ich vertrete das ungarische Volk“
Laut Magyar machte er seinen europäischen Amtskollegen deutlich, dass er nicht um Zustimmung innerhalb der EU-Institutionen bemüht sei.
„Ich habe betont, dass ich nicht in diesem Saal oder in Brüssel beliebt sein möchte, sondern zu jedem Zeitpunkt das ungarische Volk vertreten will“, sagte er. „Ich zolle Respekt und erwarte dasselbe gegenüber meinem Land.“
Der Ministerpräsident fügte hinzu, dass seine Äußerungen bei den Anwesenden auf ungewöhnlich positive Resonanz stießen.

Beifall nach der Befürwortung strengerer Einwanderungsvorschriften
Magyar behauptete, seine Rede sei mit starkem Beifall beendet worden, obwohl er sich für Politiker ausgesprochen hatte, die strengere Maßnahmen gegen illegale Migration befürworten.
„Am Ende meiner Rede erhielt ich großen Beifall, was ungewöhnlich ist“, schrieb er.
Er wies darauf hin, dass er mehrere Politiker ausdrücklich unterstützt habe, die sich für eine weitere Verschärfung der EU-Vorschriften zur illegalen Einwanderung ausgesprochen hätten, und fügte hinzu, dass solche Ansichten mittlerweile offenbar die Mehrheit der europäischen Politiker hinter sich vereinen.
Am Freitagvormittag sollte Magyar an einem separaten Treffen von EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen, die eine strengere Migrationspolitik befürworten. An ähnlichen Zusammenkünften nahm der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán während seiner Amtszeit regelmäßig teil.

Ein anderer Ton aus Ungarn in Brüssel
Unter den EU-Staats- und Regierungschefs wachsen die Erwartungen, dass Ungarn nach dem Regierungswechsel einen konstruktiveren und pro-europäischen Kurs einschlagen wird. Im Vorfeld des Gipfels begrüßten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs öffentlich Magyars Auftritt auf der europäischen Bühne und äußerten die Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit mit Budapest.
Auf dem Gipfel wurden zudem gemeinsame Schlussfolgerungen zur Ukraine verabschiedet – etwas, das sich im vergangenen Jahr aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Ungarn und anderen Mitgliedstaaten als schwierig erwiesen hatte. Zwar hatte Magyar angedeutet, dass er Änderungen am endgültigen Wortlaut angestrebt habe, doch stellte die Verabschiedung eines gemeinsamen Standpunkts einen bemerkenswerten Kontrast zu früheren Gipfeltreffen dar.
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