Designierter Ministerpräsident Magyar trifft Meloni in Rom – Gespräche über Ungarns Hafenprojekt in Triest

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Péter Magyar hat sich am Donnerstag in Rom mit der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni getroffen. Dies war eines der ersten hochkarätigen internationalen Treffen des neuen ungarischen Regierungschefs vor seinem offiziellen Amtsantritt.

Nach Aussagen, die Magyar auf Facebook teilte und über die MTI berichtete, wurden die Gespräche als “erfolgreich und zukunftsweisend” bezeichnet.

Magyar verriet auch, dass er Meloni eingeladen hat, Ungarn in naher Zukunft zu besuchen.

Gemeinsame Positionen zu Migration und EU-Erweiterung

Nach dem Treffen sagte Magyar, dass Ungarn und Italien in mehreren wichtigen europäischen Fragen ähnliche Ansichten vertreten.

Dazu gehören ein härteres Vorgehen gegen illegale Migration, die Unterstützung des EU-Beitritts der westlichen Balkanländer und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten.

Die Gespräche deuten darauf hin, dass die neue Regierung trotz des politischen Wandels in Ungarn nach der Wahlniederlage von Viktor Orbán in einigen konservativen und wirtschaftspolitischen Fragen weiterhin auf einer Linie mit Italien liegen könnte.

Meloni, Vorsitzender der rechtsgerichteten Partei Brüder Italiens, galt bisher als einer der engsten europäischen Verbündeten Orbáns.

Ungarisches Hafenprojekt in Triest diskutiert

Eines der wichtigsten wirtschaftlichen Themen, die während des Treffens in Rom besprochen wurden, war das lange verzögerte ungarische Hafenprojekt in Triest.

Magyar sagte, die beiden Seiten seien übereingekommen, die erfolgreiche Arbeit sowohl der italienischen als auch der ungarischen Investoren zu unterstützen und die Fertigstellung des ungarischen Hafenprojekts in der norditalienischen Stadt zu beschleunigen.

Das Projekt in Triest ist für Ungarn von strategischer Bedeutung, da es dem Binnenland einen direkten Zugang zur maritimen Logistik über die Adria verschaffen und so die Handelswege und Exportkapazitäten verbessern könnte.

Für ungarische Unternehmen, Exporteure und Logistikunternehmen könnte der Hafen die Transportkosten senken und den Zugang zum Mittelmeer und zu den globalen Schifffahrtsmärkten verbessern.

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Péter Magyar in Rom. Foto: Anadolu Agentur

Zukünftiger Außenminister reiste auch nach Rom

Anita Orbán, die voraussichtlich die nächste Außenministerin Ungarns werden wird, reiste ebenfalls zu den Verhandlungen nach Rom.

In einem Facebook-Post schrieb Orbán, dass sie an den Gesprächen des künftigen Premierministers mit Meloni teilnimmt. Nach Angaben der Zeitung reiste sie an Bord eines Wizz Air-Fluges in die italienische Hauptstadt.

Ihre Teilnahme deutet darauf hin, dass die neue ungarische Regierung bereits vor ihrem offiziellen Amtsantritt aktiv an der Gestaltung ihrer künftigen außenpolitischen Ausrichtung arbeitet.

Besuch des Filmfestivals bildete den Hintergrund des diplomatischen Treffens

Magyar hatte zuvor angekündigt, nach Italien zu reisen, um das 2016 gegründete internationale Filmfestival Riviera zu besuchen, auf dem auch der Dokumentarfilm Tavaszi szél(Frühlingswind) über die Tisza-Partei gezeigt wurde.

Das diplomatische Treffen mit Meloni fand am Rande des Festivalbesuchs statt.

Anfang dieses Monats gratulierte Meloni Magyar öffentlich über die sozialen Medien zu seinem Wahlsieg und bezeichnete die Beziehungen zwischen Ungarn und Italien als “tiefe Freundschaft”. Gleichzeitig dankte er Orbán für die jahrelange Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.

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Péter Magyar in Rom. Foto: Anadolu Agentur

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Was das Treffen für Ungarn bedeuten könnte

Die Gespräche könnten Investoren und EU-Partnern die Gewissheit geben, dass Ungarn unter Péter Magyar starke Beziehungen zu wichtigen europäischen Regierungen aufrechterhalten und gleichzeitig eine pragmatischere Beziehung zu Brüssel anstreben will.

Für die in Ungarn lebenden Menschen könnten die Gespräche über Wettbewerbsfähigkeit, Investitionszusammenarbeit und das Hafenprojekt von Triest langfristige wirtschaftliche Auswirkungen haben, insbesondere wenn sie zu mehr Handelsmöglichkeiten, Infrastrukturentwicklung und ausländischen Investitionen führen.

Gleichzeitig deutet das Treffen auch darauf hin, dass Ungarns Haltung zur Migration und zu bestimmten konservativen Politikbereichen trotz der jüngsten politischen Veränderungen des Landes näher an der Position Italiens als an der einiger westeuropäischer Regierungen bleiben könnte.

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