Offiziell: Ungarn und die Ukraine haben Gespräche über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen aufgenommen

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Ungarn und die Ukraine haben die ersten breit angelegten, strukturierten Konsultationen zwischen ihren Außenministerien eingeleitet, die auf die Stabilisierung und den Wiederaufbau der bilateralen Beziehungen abzielen, wie beide Seiten sagen.

Die erste Runde fand am Mittwochmorgen online statt und brachte die ungarische Außenministerin Anita Orbán, den ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha und den stellvertretenden Premierminister der Ukraine, Taras Kachka, zusammen. Anschließend gaben beide Außenminister öffentliche Erklärungen ab – Sybiha auf X und Orbán auf Facebook – und signalisierten damit einen vorsichtigen, prozessgesteuerten Versuch, die jahrelangen Spannungen zu überwinden.

Was Kiew fordert: Vertrauen, Minderheitenrechte “nach europäischen Standards” und einen neuen Rahmen für den EU-Beitritt

In seinem Posting stellte Andrii Sybiha die Gespräche als den Beginn einer “erneuerten” Beziehung dar, die auf Vertrauen und praktischer Zusammenarbeit beruht. Er sagte, die Ukraine wolle den Dialog mit Ungarn wieder aufnehmen und argumentierte, die Bemühungen hätten “an Schwung gewonnen”. Er verwies auf die Verurteilung eines russischen Streiks in Transkarpatien (Zakarpattia), der westukrainischen Region, in der eine ungarische Minderheit lebt, durch Budapest.

Sybiha nannte drei Hauptthemen für die Eröffnungsphase:

  • Die Wiederherstellung der Beziehungen durch einen vertrauensvollen, auf Zusammenarbeit ausgerichteten Dialog.
  • Minderheitenrechte: Die Ukraine nimmt das Thema ernst und wird die Regulierung im Einklang mit den europäischen Erwartungen gestalten, wobei sie anerkennt, dass es für beide Seiten “fundamental” ist.
  • EU-Beitritt: Ungarn wird aufgefordert, den Weg der Ukraine in die EU als “strategisches Interesse” für Ungarn zu betrachten, und es wird darauf hingewiesen, dass eine Mitgliedschaft der stärkste Weg wäre, die Rechte der ungarischen nationalen Minderheit und die Einheit der ungarischen Nation zu sichern.

Er stellte auch einen Zeitplan vor: Er schlug vor, dass die Gespräche im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt im Mai beginnen und im Juni fortgesetzt werden sollten. Sybiha fügte hinzu, dass er und Orbán am Donnerstag am Rande eines NATO-Gipfels in Schweden persönlich zusammentreffen werden. Er äußerte die Hoffnung, dass die Konsultationen konstruktiv verlaufen und signalisieren, dass beide Länder “die Herausforderungen der Vergangenheit hinter sich lassen” und ihre Zukunft gemeinsam gestalten können.

Was Budapest priorisiert: Unterstützung der Souveränität, aber Minderheitenrechte an erster Stelle

Anita Orbáns Facebook-Post schlug einen ähnlichen Ton an, allerdings mit einer klaren Prioritätenfolge. Sie sagte, die Online-Konsultationen auf Expertenebene hätten begonnen und bezeichnete sie als “wichtige Schritte”, um die bilateralen Beziehungen wieder aufzubauen und die zukünftige Zusammenarbeit zu stärken.

Orbán bekräftigte die Position Ungarns, dass es sich der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine verpflichtet fühle. Sie fügte jedoch hinzu, dass im Rahmen der bilateralen Beziehungen die “erste zu lösende Aufgabe” der konsequente Schutz der Rechte nationaler Minderheiten sei.

Sie bezeichnete die ungarische Gemeinschaft in den Unterkarpaten (Kárpátalja) nicht nur als ein sensibles Thema, sondern auch als wichtigen Teil der Beziehungen und als Brücke zwischen den beiden Völkern. Sie betonte jedoch, dass echter Fortschritt einen offenen, ehrlichen und professionellen Dialog erfordert, der auf klaren rechtlichen Garantien beruht. Sie schloss mit den Worten, sie glaube, dass die heutigen Konsultationen “der Beginn eines neuen Prozesses sein können”.

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Zusammengenommen zeigen die beiden Erklärungen eine Überschneidung – und eine Lücke.

Die Überschneidung ist die Sprache des Prozesses: Beide Seiten signalisieren, dass es sich nicht um einen einmaligen Anruf handelt, sondern um den Beginn einer strukturierten Arbeit, bei der ein persönliches Treffen bereits fest eingeplant ist. Die Tatsache, dass beide Minister schnell an die Öffentlichkeit gegangen sind, deutet auch darauf hin, dass sie versuchen, eine politische Dynamik zu erzeugen und dem heimischen Publikum zu versichern, dass ein Engagement im Gange ist.

Die Lücke liegt in der Abfolge und dem Rahmen.

  • Kiew versucht, den Streit um die Minderheitenrechte in einen umfassenderen europäischen Weg einzubinden, indem es argumentiert, dass die Angleichung an “europäische Standards” und die Logik des EU-Beitritts die Lösung und nicht das Schlachtfeld sein kann.
  • Budapest hingegen macht die Minderheitenrechte zum Hauptthema. Es lehnt eine umfassendere Zusammenarbeit nicht ab, sondern macht “klare rechtliche Garantien” zur Bedingung für Fortschritte.

Für ausländische Leser ist der Hintergrund, dass die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine seit Jahren wegen der Rechte der ungarischen Minderheit in den Unterkarpaten angespannt sind, insbesondere was die Sprach- und Bildungspolitik betrifft. Die Erklärungen vom Mittwoch lösen diesen Streit nicht – aber sie deuten darauf hin, dass beide Seiten testen, ob ein schrittweises Verhandlungsformat die Temperatur senken kann.

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Wie geht es weiter

Der unmittelbarste nächste Schritt ist das für Donnerstag geplante Treffen in Schweden am Rande eines NATO-Gipfels, das beide Seiten bereits angekündigt haben. Darüber hinaus wird es darauf ankommen, ob die “Expertenkonsultationen” zu messbaren Ergebnissen führen – z.B. zu einem vereinbarten Wortlaut, einem Fahrplan oder konkreten rechtlichen Verpflichtungen – und nicht auf der Ebene von Goodwill-Botschaften bleiben.

Im Moment verkaufen beide Außenminister die gleiche Grundidee: Die Vergangenheit war schwierig, aber die Tür ist offen. Die Frage ist, ob der Prozess, den sie angestoßen haben, das Gewicht der Themen, die sie auf den Tisch gelegt haben, tragen kann.

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