Russia oil price cap: EU erwägt vorübergehendes Einfrieren, da der Krieg im Nahen Osten die Preise in die Höhe treibt

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Die Europäische Union erwägt ein vorübergehendes Einfrieren der russischen Ölpreisobergrenze, da der Krieg im Nahen Osten in den vierten Monat geht und die Energiemärkte weiterhin sehr volatil sind, wie mit den Diskussionen vertraute Personen berichten. Die Idee wäre, die Obergrenze auf ihrem derzeitigen Niveau zu belassen, anstatt sie bei der nächsten geplanten Überprüfung automatisch nach oben anzupassen.

Der Schritt wird als Teil des nächsten Sanktionspakets der EU gegen Moskau diskutiert. Es wird erwartet, dass es sich dabei um die 21. Die EU-Beamten wollen das Paket Anfang Juni fertigstellen und offiziell vorschlagen, so die gleichen Personen.

Wie die Ölpreisobergrenze für Russland funktioniert

Die EU hat einen dynamischen Mechanismus eingeführt, der den russischen Ölpreis unter dem Marktniveau halten soll, indem er alle sechs Monate um 15% unter dem durchschnittlichen Marktpreis für russisches Ural-Rohöl neu festgelegt wird. In diesem Rahmen ist es europäischen Unternehmen untersagt, wichtige Dienstleistungen – wie Versicherung und Transport – für Öl zu erbringen, das oberhalb der Obergrenze verkauft wird.

Der derzeitige Schwellenwert liegt bei 44,10 $ pro Barrel und soll im Sommer überprüft werden.

Warum Brüssel jetzt über ein “Einfrieren” debattiert

Nach Angaben von Bloomberg sind die Ölpreise angesichts des Nahostkonflikts und der Störungen in der Straße von Hormuz, einem wichtigen globalen Schifffahrtskorridor, stark angestiegen. Das ist wichtig, denn nach der EU-Formel könnte die nächste Überprüfung im Juli die Obergrenze deutlich nach oben treiben – Quellen zufolge könnte sie auf etwa 65 Dollar steigen, was über dem Niveau von 60 Dollar liegen würde, das zuvor von der G7-Koalition für die Preisobergrenze gemeinsam festgelegt wurde.

Ein Einfrieren würde die Obergrenze für den russischen Ölpreis auf dem derzeitigen Niveau halten und damit das begrenzen, was EU-Beamte als potenziellen Gewinn für den Kreml in einer Zeit höherer Weltmarktpreise ansehen. Andere Optionen, die erwogen werden, sind die Aussetzung der automatischen Erhöhungen bis Ende 2026 oder die Zulassung eines Anstiegs nur bis zu 60 US-Dollar.

Was das nächste Sanktionspaket der EU sonst noch beinhalten könnte

Abgesehen von der Debatte um die Obergrenze für den russischen Ölpreis diskutieren Beamte auch ein breiteres Paket von Maßnahmen, die darauf abzielen, den Druck auf Russlands Energieeinnahmen und Finanzsystem zu erhöhen. Zu den berichteten Optionen gehören:

  • Weitere Auflistungen von Banken, Ölhändlern, Raffinerien und Krypto-Betreibern in Drittländern, die angeblich Moskau bei der Umgehung von Beschränkungen helfen.
  • Sanktionen gegen etwa 20 weitere Tanker, die mit Russlands “Schattenflotte” verbunden sind – dem undurchsichtigen Schifffahrtsnetz, das für den Transport von Öl genutzt wird.
  • Bemühungen um eine Ausweitung des Schattenflottenansatzes auf LNG-Transporte, um es Russland zu erschweren, ein ähnliches Netzwerk für Flüssigerdgas aufzubauen.
  • Handelsbeschränkungen für bestimmte kritische Mineralien, Metalle und Erze, die mit dem russischen Luft- und Raumfahrtsektor und der Drohnenproduktion verbunden sind, sowie Kontrollen für bestimmte Technologien.
  • Mögliche Exportkontrollen für Unternehmen außerhalb der EU – darunter in China, Indien, der Türkei und Teilen Zentralasiens -, die angeblich eingeschränkte Güter liefern, die in russischen Waffen enthalten sind oder zu deren Herstellung benötigt werden.

Die Gespräche spiegeln jedoch auch die politischen Zwänge innerhalb des Blocks wider. Es wird nicht erwartet, dass ein vollständiges Verbot von Seeverkehrsdienstleistungen in diesem Stadium aufgenommen wird. Einige Mitgliedstaaten befürchten zusätzliche Marktturbulenzen, wenn ein solcher Schritt nicht mit der G7 koordiniert wird.

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Die politische Hürde: alle Mitgliedsstaaten müssen zustimmen

Die EU-Sanktionen erfordern Einstimmigkeit, und das kann jedes Paket anfällig für Änderungen in einem späten Stadium machen. Länder mit einem bedeutenden maritimen Sektor – Griechenland wird in der Berichterstattung häufig genannt – haben bereits ihre Besorgnis über Änderungen geäußert, die die Interessen der Schifffahrt beeinträchtigen könnten. Auch andere Hauptstädte haben zur Vorsicht gemahnt, wenn die Maßnahmen Risiken für die heimische Energieversorgung oder den Handel mit sich bringen könnten.

Eine weitere heikle Front: Russlands eingefrorene Zentralbankguthaben

Unabhängig davon prüfen Beamte Möglichkeiten zur Unterstützung von Euroclear, nachdem ein Moskauer Gerichtsurteil die Aussicht eröffnete, dass die russische Zentralbank versuchen könnte, die Vermögenswerte von Euroclear zu beschlagnahmen. Dies geschah, nachdem die EU von ihren Notstandsbefugnissen Gebrauch gemacht hatte, um das Einfrieren von bis zu 210 Mrd. € (ca. 245 Mrd. $) an stillgelegten russischen Zentralbankreserven zu verlängern, von denen die meisten über Euroclear gehalten werden. Die EU vertritt nach wie vor den Standpunkt, dass die Vermögenswerte so lange eingefroren bleiben, bis der Krieg beendet ist und Russland Reparationszahlungen leistet, obwohl sich einige Mitgliedstaaten – darunter Belgien – gegen eine vollständige Beschlagnahme ausgesprochen haben.

Was Sie als nächstes beachten sollten

Die wichtigsten Termine sind nun Anfang Juni, wenn die Europäische Kommission voraussichtlich Vorschläge für das nächste Sanktionspaket vorlegen wird, und Juli, wenn die Obergrenze für den russischen Ölpreis nach der dynamischen Formel normalerweise neu festgelegt wird. Ob Brüssel sich für ein Einfrieren, einen begrenzten Anstieg oder eine vollständige Aussetzung des Mechanismus entscheidet, wird ein wichtiges Signal dafür sein, wie die EU den Sanktionsdruck gegen das Risiko einer weiteren Störung des Energiemarktes abwägt.

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