BBC kehrt nach Ungarn zurück: Starttermin für neuen ungarischsprachigen Nachrichtendienst bekannt gegeben

Die BBC kehrt offiziell mit einem ungarischsprachigen Nachrichtenservice zurück, mehr als 20 Jahre nachdem sie ihre früheren ungarischen Sendungen eingestellt hat.
Der Sender kündigte an, dass seine neue experimentelle digitale Plattform, BBC News Magyarul, am 16. Juni starten wird und Nachrichten, Analysen und Social Media-Inhalte in ungarischer Sprache anbietet. Ein paralleler rumänischsprachiger Dienst, BBC News România, wird eine Woche später am 23. Juni folgen.
Laut der Ankündigung wird der neue ungarischsprachige Dienst zunächst über seine Website sowie über Facebook- und Instagram-Seiten verfügbar sein. YouTube- und TikTok-Kanäle sind ebenfalls geplant, werden aber erst später eingeführt.
Die BBC erklärte, der Schritt sei Teil ihrer Mission, in einer Zeit zunehmender Desinformation und wachsenden Drucks auf die Pressefreiheit mehr Zuschauer weltweit mit “zuverlässigen und unparteiischen Nachrichten” zu erreichen.
Fokus auf soziale Medien und KI-unterstützte Übersetzungen
Der neue Dienst wird über wichtige globale und regionale Entwicklungen berichten, die für die Zuschauer in Ungarn, Rumänien, Moldawien und der weiteren mittel- und osteuropäischen Region relevant sind.
Nach Angaben von Media1 werden folgende Themen behandelt:
- internationales und europäisches Zeitgeschehen,
- Gesundheit,
- Wissenschaft und Technologie,
- Klima,
- und die Krise der Lebenshaltungskosten.
Die BBC merkte an, dass die Inhalte so zugeschnitten sein werden, dass sie auf den Plattformen der sozialen Medien leicht zu finden sind, was die veränderten Gewohnheiten des Nachrichtenkonsums bei einem jüngeren Publikum widerspiegelt.
Sowohl die ungarische als auch die rumänische Redaktion werden außerdem KI-gestützte Übersetzungstechnologien einsetzen, um die globalen Inhalte der BBC in den lokalen Sprachen verfügbar zu machen. Das Unternehmen betonte jedoch, dass alle KI-gestützten Inhalte unter menschlicher redaktioneller Aufsicht bleiben und klar gekennzeichnet werden.
Neben dem übersetzten Material werden die Teams ihre eigenen Berichte und Analysen erstellen.
BBC führt schrumpfende Pressefreiheit und Desinformation an
Fiona Crack, stellvertretende globale Direktorin von BBC News, sagte, unabhängiger Journalismus sei wichtiger denn je.
Sie erklärte, dass in einer Zeit, die von schrumpfender Pressefreiheit, zunehmender Desinformation und globaler Unsicherheit geprägt ist, eine vertrauenswürdige und unparteiische Berichterstattung eine entscheidende Rolle spielt.
Die BBC hob auch den Erfolg ihres kürzlich gestarteten polnischsprachigen Dienstes hervor, der nach eigenen Angaben im letzten Quartal wöchentlich mehr als 800.000 Menschen erreichte.
BBC will jüngeres Publikum und Frauen erreichen
Kateryna Khinkulova, die sowohl den ungarischen als auch den rumänischen Dienst leiten wird, sagte, das redaktionelle Angebot sei darauf ausgerichtet, qualitativ hochwertigen Journalismus zu Themen zu liefern, die für die Zuschauer in der Region am wichtigsten sind.
Sie fügte hinzu, dass die BBC hofft, mit den neuen Sprachdiensten vor allem ein jüngeres Publikum und Frauen zu erreichen.
Der ungarischsprachige Dienst der BBC hat eine lange Geschichte. BBC-Radiosendungen in ungarischer Sprache wurden erstmals 1939 ausgestrahlt, während später Online-Dienste bis 2005 betrieben wurden, als mehrere osteuropäische Sprachdienste eingestellt wurden.
Mit dem Start von BBC News Magyarul und BBC News România wird der BBC World Service sein globales Angebot auf 45 Sprachen, einschließlich Englisch, erweitern.
Daily News Hungary hat ebenfalls über den Neustart des Dienstes berichtet, als er zuerst auftauchte: BBC relauncht ungarischsprachige Nachrichten nach fast 20 Jahren

