Revolut will in den nächsten Tagen damit beginnen, ungarische Nutzer auf lokale Bankkonten umzuziehen

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Der digitale Bankriese Revolut könnte bereits am Montag, den 18. Mai, damit beginnen, seine ungarischen Kunden von litauischen Konten auf neu eingeführte ungarische Bankkonten umzuziehen, so der Country Manager des Unternehmens, Gábor Petrás. Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein in den langfristigen Expansionsplänen von Revolut in Ungarn und könnte die Art und Weise, wie viele Nutzer ihre täglichen Finanzen verwalten, erheblich verändern.

In einem Interview mit Portfolio sagte Petrás, dass die Kunden bereits im Voraus über den Umstellungsprozess informiert worden sind. Während im März nur eine begrenzte Gruppe von Nutzern ungarische Konten erhalten hat, soll die Einführung nun in den kommenden Monaten schrittweise auf bestehende Kunden ausgeweitet werden.

Revolut will ein Hauptbankkonto in Ungarn werden

Revolut erhielt im vergangenen Herbst offiziell die Genehmigung zur Gründung einer ungarischen Niederlassung und ebnete damit den Weg für lokale Bankkontonummern und eine tiefere Integration in die ungarische Finanzinfrastruktur.

Eine der größten Änderungen für die Nutzer wird die Einführung ungarischer IBAN-Kontonummern sein, mit denen Gehälter direkt auf Revolut-Konten überwiesen werden können. Dies ist besonders wichtig für ausländische Arbeitnehmer, internationale Studenten und in Ungarn lebende Expats, die sich bereits auf die App für ihre täglichen Bankgeschäfte verlassen, aber aufgrund ausländischer Kontonummern mit Einschränkungen konfrontiert waren.

Das Unternehmen bestätigte außerdem, dass es plant, dem ungarischen Instant Payment System (Azonnali Fizetési Rendszer, AFR) beizutreten und lokale Zahlungslösungen wie qvik und Zahlungsanforderungsfunktionen einzuführen. Es wird erwartet, dass diese Ergänzungen Revolut wettbewerbsfähiger gegenüber den traditionellen ungarischen Banken machen werden.

Petrás bezeichnete die Eröffnung der Filiale als mehr als nur einen juristischen Schritt und sagte, sie sei ein klares Signal, dass die Neobank langfristig in Ungarn plant.

Revolut Hungary
Foto: Facebook/Revolut

Mehr als 2,3 Millionen Nutzer in Ungarn

Das Wachstum von Revolut in Ungarn geht in einem bemerkenswerten Tempo weiter. Das Fintech-Unternehmen hat jetzt mehr als 2,3 Millionen Privatkunden in dem Land, was einer Marktdurchdringung von etwa 24% entspricht. Nach Angaben von Petrás wuchs die ungarische Kundenbasis allein im Jahr 2025 um 28%.

Fast zwei Drittel der ungarischen Nutzer gelten als aktive Kunden, wobei die aktive Nutzung im letzten Jahr um mehr als 40% gestiegen ist. Laut Petrás zeigt dies, dass die Nutzer Revolut zunehmend als echten Finanzpartner für den Alltag ansehen und nicht nur als Reise- oder Zweitbanking-App.

Unterstützung in ungarischer Sprache und lokale Funktionen in Vorbereitung

Revolut bestätigte auch, dass der ungarischsprachige Kundenservice weiter ausgebaut wird. Zwar sind Teile der App und des Supportsystems bereits in ungarischer Sprache verfügbar, aber das Unternehmen sagt, dass die Verbesserung der muttersprachlichen Kommunikation eine Priorität bleibt.

Außerdem plant das Unternehmen, seine Dienstleistungen für ungarische Nutzer weiter zu lokalisieren. Petrás deutete an, dass Revolut sich als echte primäre Bankplattform in dem Land positionieren möchte, indem es mehr Funktionen an die lokalen Kundenbedürfnisse anpasst.

Obwohl die Neobank derzeit nicht plant, traditionelle physische Bankfilialen zu eröffnen, sagt das Unternehmen, dass es beabsichtigt, eine sichtbare Präsenz durch Veranstaltungen und Partnerschaften aufrechtzuerhalten, einschließlich Auftritten beim Sziget Festival und dem ungarischen Grand Prix.

Revolut expansion hungary crypto
Foto: depositphotos.com

Krypto-Dienstleistungen bleiben in Ungarn ausgesetzt

In dem Interview wurde auch die Aussetzung der Kryptowährungsdienste von Revolut in Ungarn angesprochen. Laut Petrás folgte die Entscheidung auf regulatorische Änderungen, die sich auf Krypto-Operationen auswirken. Die Krypto-Dienstleistungen wurden von einer separaten Revolut-Einheit angeboten, die sich auf digitale Vermögenswerte konzentrierte.

Es wurde zwar kein Zeitplan für eine mögliche Rückkehr genannt, aber Petrás wies darauf hin, dass Kryptowährungen weiterhin ein wichtiger Teil des breiteren europäischen Angebots von Revolut sind und deutete an, dass das Unternehmen den ungarischen Markt wieder in Betracht ziehen könnte, wenn die Vorschriften klarer werden.

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KI-gestützte Sicherheits- und Investment-Tools expandieren

Revolut wies auch auf verschiedene technologische Entwicklungen und Anlageprodukte hin, die bei ungarischen Nutzern immer beliebter werden. Das Unternehmen hat kürzlich sein Anlageangebot um Staats- und Unternehmensanleihen erweitert und meldete ein starkes Wachstum seines Robo-Advisor (Robo-Tanácsadó) Service, insbesondere bei jüngeren Nutzern.

Das Fintech-Unternehmen sagt, dass es in Bereichen wie der Betrugsprävention zunehmend auf künstliche Intelligenz setzt. Eines seiner neueren Sicherheitstools kann verdächtige Kartenzahlungen erkennen, potenzielle Betrugsversuche blockieren und Nutzer durch In-App-Sicherheitschecks führen.

Zusätzliche Funktionen wie der biometrisch basierte “Wealth Protection” (Vagyonvédelem) und der “Street Mode” (Utcai Üzemmód) wurden ebenfalls kürzlich eingeführt.

Was das für die Nutzer in Ungarn bedeutet

Für viele Revolut-Nutzer in Ungarn, insbesondere Expats und Gastarbeiter, könnte die Einführung lokaler Bankkonten einen der größten praktischen Nachteile der Plattform beseitigen. Es wird erwartet, dass ungarische Kontonummern Gehaltszahlungen, Überweisungen und die Integration mit lokalen Zahlungssystemen vereinfachen werden.

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