Ungarn kann noch neue Gastarbeiter aufnehmen, da die Regierung von ihrem für Juni versprochenen Verbot abzurücken scheint

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Die von Péter Magyar geführte Regierung Tisza hatte die Absicht, die Ankunft neuer Gastarbeiter in Ungarn ab dem 1. Juni auszusetzen. Die notwendigen Gesetze sind jedoch noch nicht verabschiedet worden. Das Büro des Premierministers hat sich nun zu der Aussicht auf ein Verbot geäußert, während Wirtschaftsführer ihre eigene Einschätzung abgegeben haben.
Die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften bleibt stark
Die geplante und im Wahlkampf versprochene Einschränkung, die die Beschäftigung von nicht-ungarischen Gastarbeitern von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums verboten hätte, ist am 1. Juni nicht in Kraft getreten.
Nach Angaben von Economx sind derzeit etwa 100.000 Gastarbeiter in Ungarn beschäftigt. Etwa 20.000 stammen aus Serbien und der Ukraine, viele von ihnen sind ethnische Ungarn, die die ungarische Sprache sprechen, während eine beträchtliche Anzahl aus den Philippinen und anderen südostasiatischen Ländern kommt.
Frühere Orbán-Regierungen argumentierten, dass diese Arbeitskräfte unverzichtbar seien, da die einheimischen Arbeitskräfte die Anforderungen einer wachsenden Zahl von Investitionen nicht erfüllen könnten. Bei diesen Tätigkeiten handelt es sich größtenteils um manuelle Tätigkeiten, die vor Ort nur auf begrenztes Interesse stoßen. In Sektoren wie der Viehzucht und der landwirtschaftlichen Saisonarbeit werden Gastarbeiter weithin als unersetzlich angesehen.

Die ungarische Regierung hingegen hat signalisiert, dass sie Arbeitsplätzen mit höherer Wertschöpfung den Vorrang geben will, was ihre frühere Zusage erklären könnte, den Zustrom neuer Gastarbeiter zu stoppen. Dennoch hatten die meisten dieser Arbeitnehmer nie Anspruch auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung oder die Staatsbürgerschaft, da sie in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren mussten. In einigen Fällen waren die Betroffenen gezwungen, das Land zu verlassen, obwohl sie in Ungarn eine Familie gegründet hatten. Ein Ergebnis, das Kritiker als unangemessen hart bezeichnet haben.
Noch keine Entscheidung der Tisza-Regierung
Das Büro des Premierministers, das von dem politischen Analysten Bálint Ruff geleitet wird, hat bestätigt, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer bleibt vorerst erlaubt.

Die Teilnehmer des Arbeitsmarktes haben diese Entwicklung mit Erleichterung aufgenommen. Magdolna Mihályi, Geschäftsführerin von Jobtain HR Services, betonte, wie wichtig es sei, eine abrupte Verschärfung zu vermeiden, da dies sowohl den politischen Entscheidungsträgern als auch den Unternehmen Zeit gebe, fundierte Maßnahmen vorzubereiten. Eine plötzliche, von außen gesteuerte Einschränkung, so warnte sie, könnte kurzfristig zu ernsthaften Störungen in mehreren Sektoren führen.
Auch ungarische Unternehmen sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen
Mihályi wies darauf hin, dass Drittstaatsangehörige zwar immer noch einen relativ geringen Anteil an der ungarischen Erwerbsbevölkerung ausmachen, aber in bestimmten Branchen eine entscheidende Rolle spielen. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe, die Logistik und das Baugewerbe sind auf ihren Beitrag angewiesen. Ein früherer internationaler Vergleich, der in der Erklärung zitiert wird, ergab, dass der Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der ungarischen Erwerbsbevölkerung nur 2,6 Prozent betrug – weniger als in einigen Nachbarländern.

Tamás Horváth, Eigentümer und Geschäftsführer von Menton Jobs, wies ebenfalls darauf hin, dass Ungarns Abhängigkeit von Gastarbeitern im internationalen Vergleich bescheiden bleibt. Er fügte hinzu, dass ausländische Arbeitskräfte nicht nur für große industrielle Investitionen – die in der öffentlichen Debatte oft kritisiert werden, wie z.B. Batteriefabriken – sondern auch für viele inländische kleine und mittlere Unternehmen unerlässlich sind. Etwa die Hälfte der von seiner Firma vermittelten Arbeitskräfte sind bei solchen Unternehmen beschäftigt.
Gibt es genügend einheimische Arbeitskräfte?
Im Mittelpunkt der Debatte steht eine Schlüsselfrage: Können Ungarns inländische Arbeitskräftereserven ausländische Arbeitskräfte wirklich ersetzen, wie Tisza im Wahlkampf behauptete?

Die Regierung vertritt den Standpunkt, dass diese Reserven mobilisiert werden sollten, neben den Bemühungen, Arbeitsplätze mit höherer Wertschöpfung zu schaffen und die Arbeitnehmer durch Schulungen zu qualifizieren. Dennoch argumentiert Mihályi, dass der anhaltende Arbeitskräftemangel nach wie vor mehrere Sektoren betrifft, wobei einige Stellen monatelang unbesetzt bleiben. Sie stellt fest, dass die Rekrutierung von Arbeitskräften einen erheblichen organisatorischen und administrativen Aufwand mit sich bringt und gleichzeitig die betriebliche Kontinuität gefährdet.
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Economx berichtet unter Berufung auf Daten des ungarischen Zentralamts für Statistik, dass etwa 318.000 Personen zwar in die Kategorie der potenziellen Arbeitskräftereserven fallen, dies aber nicht bedeutet, dass sie ohne weiteres eingesetzt werden können. Zu dieser Gruppe gehören diejenigen, die nicht aktiv auf Arbeitssuche sind, diejenigen, die nicht in der Lage sind, kurzfristig eine Arbeit aufzunehmen, und diejenigen, die sich aufgrund persönlicher Umstände mit einer Teilzeitbeschäftigung zufrieden geben.
Mihályi geht sogar noch weiter und schätzt, dass es keine sofort mobilisierbare Reserve von 300.000 bis 400.000 Arbeitskräften gibt. Ihrer Ansicht nach können nur etwa 8 bis 10 Prozent dieser Gruppe zuverlässig eine beständige, wertschöpfende Arbeit leisten. Die Erhöhung der einheimischen Erwerbsbeteiligung, so argumentiert sie, wird schrittweise Maßnahmen erfordern, darunter Schulungen, Mobilitätshilfen und gezielte Programme. Während ungarische Arbeitnehmer bereits unter den bestehenden Regelungen Vorrang genießen, können bestimmte Rollen einfach nicht aus lokalen Quellen besetzt werden.
Befürchtung einer wirtschaftlichen Störung
Wirtschaftsführer warnen, dass ein plötzliches Verbot die Produktionskapazitäten verringern könnte. Mihályi deutete an, dass einige Unternehmen schneller Arbeitskräfte verlieren könnten, als einheimische Ersatzkräfte gefunden werden können, was zu einem Stellenabbau führen könnte. Bei internationalen Unternehmen könnte dies sogar dazu führen, dass die Produktion ins Ausland verlagert wird – was letztlich ungarische Arbeitsplätze kostet und die Steuereinnahmen verringert.
Die Tatsache, dass die versprochene sofortige Verschärfung nicht in Kraft getreten ist, wird vorerst als positive Nachricht gewertet. Die Ankunft neuer Gastarbeiter ist nach wie vor möglich, auch wenn die Unsicherheit anhält, da die endgültige Entscheidung der Regierung noch aussteht. In der Zwischenzeit fordern die Wirtschaftsakteure – verständlicherweise – eine vorhersehbare und schrittweise Regulierung. Berufsverbände haben bereits Konsultationen mit der neuen Regierung eingeleitet, in der Hoffnung, dass künftige Maßnahmen ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz ungarischer Arbeitnehmer und der Aufrechterhaltung der Rentabilität der Unternehmen herstellen werden.
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